
Aktuelle Route
Karte: © OpenStreetMap-Mitwirkende
Tourdarstellung: MapOut
25.03.2025
Unser erstes Ziel war heute das Museum "Muelle de las Carabelas", das sich in der Nähe vom Ort Huelva befindet. Die wichtigste Attraktion sind die Rekonstruktionen der Schiffe La Niña, La Pinta und La Santa María, die 1992 anlässlich der Feier des 500. Jahrestags zur Ankunft Christoph Kolumbus in Amerika gebaut wurden.
Das Schiff Santa Maria ist das größte der drei, war aufgrund seines Gewichts und seines größeren Tiefgangs jedoch nicht das seetüchtigste Schiff. Die Besatzung bestand aus 40 Seeleuten und Kolumbus hatte seine eigene Kabine.
Die anderen beiden Schiffe waren kleiner und damit wendiger.
Diese drei Schiffe nahmen an der ersten Reise von Kolumbus teil, die am 03.08.1492 von Huelva aus startete. Schon am 12.10.1492 erreichten sie die Neue Welt und Kolumbus ging auf einer Insel der Bahamas an Land. Am 25.12. lief die Santa Maria vor Hispaniola (Haiti und Dominikanische Republik) auf Grund, ihr Holz wurde dann zum Bau der ersten europäischen Siedlung auf dem amerikanischen Kontinent verwendet. Kolumbus machte sich dann am 16.01.1493 mit den beiden verbliebenen Schiffen auf den Weg nach Europa zurück. Im Sturm vor den Azoren verlor er den Kontakt zu der La Pinta, er erreichte mit der La Niña am 15.03.1493 den Hafen von Palos, wo sie erstaunlicherweise auch die La Pinta wieder trafen.
Alle drei Schiffe durfte man besichtigen und auch in die Lagerräume klettern. Uns kam alles sehr klein vor, gerade wenn man bedenkt, wie lange eigentlich für damalige so eine Ozeanüberquerung dauerte. Der Besuch dieses Museums war richtig interessant.
Für die Übernachtung hatten wir uns einen Parkplatz am Strand ausgesucht, wir waren auch dort, war auch nett. Aber dort ist übernachten ausdrücklich verboten. Da sind wir dann weiter, haben uns in einem Supermarkt noch mit Bier und Tinto eingedeckt und sind die noch fehlenden 35 km bis nach Portugal gefahren.
Nun stehen wir auf dem portugiesischen Stellplatz am Grenzfluss Guadiana, mit Blick auf Spanien. Und weil Portugal in einer anderen Zeitzone liegt, wurde uns heute eine zusätzliche Stunde geschenkt. So ist es in Portugal 18 Uhr, in Deutschland schon 19 Uhr.
24.03.2025
Es gibt keine Küstenstraße bis zu unserem heutigen Ziel, denn da liegt der Nationalpark Doñana dazwischen. Also ging die Fahrt von Cádiz über Sevilla bis nach El Rocío (200 km). Dieses kleine Städtchen hatten wir schon einmal vor 13 Jahren besucht. Er zeichnet sich durch seine sandigen Straßen aus und wird oft als Westernstadt bezeichnet, die Pferde und Kutschen hatten heute aber Ruhetag, wir sahen keine. Durch die Regenfälle der letzten Zeit standen jedoch noch riesige Pfützen auf den sehr unebenen Wegen, wir gingen zu Fuß und die PKW's fuhren in Schlangenlinien, um für sich den besten Weg zu finden. Es waren kaum Leute im Ort unterwegs, auch die meisten Restaurants sind zu. Das ganze Dorf wirkte sehr verschlafen. Erst auf dem großen Platz vor der Kirche "Ermita del Rocio" waren Tische bei zwei Lokalen besetzt.
Bekannt ist der El Rocío als Wallfahrtsort zu Pfingsten, da reisen über 100 Bruderschaften aus ganz Spanien und zum Teil aus dem Ausland an. Es wird die Heilige Jungfrau von El Rocío verehrt – oft als La Paloma Blanca (die Weiße Taube) bezeichnet. Mitglieder der Mutter-Bruderschaft tragen die Jungfrauen-Statue nach draußen. Sie zu berühren soll Glück und Gesundheit bringen, deshalb kommt es wohl oft zu chaotischen Situationen während der Prozession. Und heute war die Kirche auch geöffnet und wir sahen die wirklich eher weiß wirkende Jungfrau inmitten der mit reichlich Gold geschmückten Wand.
Nach einem späten Mittagessen aus Shrimps und (leider durchgebratenem) Thunfisch ging zum Camping "La Aldea" zurück.
In Summe war der Ort eigentlich einen Stopp nicht wert. Das angedachte schöne Ambiente mit Sandstraßen und Stangen vor den Häusern zum Anleinen der Pferde wurde komplett durch die große Anzahl an Autos zerstört, die überall vor den Häusern geparkt haben. So war das nur ein Ort mit einer schlechten (und nassen) Sandstraße, in dem es praktisch nichts zu sehen gab.
23.03.2025
Beim Frühstücken kam nochmal so richtig Regen runter, fast waagerecht fegte er über den Platz. Als es dann gegen 10 Uhr aufklarte, machten wir uns auf den Weg nach Cádiz. In der Nähe der Altstadt gibt es einen bewachten Parkplatz auch für Wohnmobile und wir erhielten einen Platz direkt an der Mauer am Wasser. Toller Blick aus den Fenstern vom Heim! Leider immer noch sehr windig, aber es war dafür für den Rest des Tages trocken.
Wir suchten als erstes die Markthalle auf und da es Sonntag war, waren nur die kleinen Läden mit den Speisen und Getränken geöffnet. Reichte aus, um den kleinen Hunger zu stillen. Dann gingen wir am Postgebäude mit den roten Klinkern vorbei zum Turm "Torre Tavina". Nach 173 Stufen steht man in 45 Metern Höhe und man schaut auf die Dachterrassen der Altstadt von Cádiz, sieht die Kathedrale und die Festung in der Ferne. Es ist schon gut, wenn man in der Altstadt zu Fuß unterwegs ist, die Gassen zwischen den hohen Häusern sind so schmal, nur ein Auto hat Platz und es gibt nur Einbahnstraßen. Am "Gran Teatro Falla" ging es vorbei zum "Parque Genoves", ein schön gestalteter Park mit einer Allee aus Bäumen mit Formschnitt, Palmen und Sitzbänken. Kleine Wege mit besonderen, riesigen Baumarten führten hindurch und auch grüne Papageien turnten herum.
Abends sind wir dann noch zur vorgelagerten Festung San Sebastian gegangen. Von dort blickt man auf Cádiz, sogar unser Heim konnten wir entdecken. Eigentlich soll der Sonnenuntergang von der Festung toll sein, nur leider schoben sich kurz vorher noch Wolken an den Horizont. Auf dem Rückweg kamen wir an zwei alten Gummibäumen vorbei, deren dicke Stämme von vielen Lampen angestrahlt werden.
22.03.2025
Das Wetter ist weiterhin abwechselnd sonnig und regnerisch, aber immer stürmisch. Deshalb fuhren wir heute nur 10 km weiter und stehen auf einem Stellplatz nahe am Strand von Palmar. Nach dem Mittagsschauer liefen wir den Sandstrand entlang bis uns der Wind zu heftig in den Ohren war. Einkehr bei einem kleinen "Einkaufscenter", das aus vielen verschiedenen kleinen Boutiquen und einer "Essen-Meile" besteht. Dort gab es dann leckere Pizza, Bier und "Tinto de verano". Das ist je zur Hälfte Rotwein mit Zitronenlimonade gemischt, Eiswürfeln und Zitronenscheibe. Schmeckte sehr erfrischend, hätten wir aber sicher nicht bestellt, wenn wir vorher gewusst hätten, was drinnen ist. Reisen bildet ;-) (und ja, wir haben dann noch ein zweites Tinto bestellt).
Abends hatten wir riesigen Durst von der Pizza. Daher sind wir sind dann um 21:00 nochmal los, da gab es dann noch zwei Tinto (und zwei Bier für Uli).
21.03.2025
Bis zur Stadt "Vejer de la Frontera" war es nur eine Stunde Fahrt. Spanien ist im Augenblick das Land der kurzen Wege.
Vejer de la Frontera liegt auf einem Hochplateau, schon von weitem kann man die weißen Häuser auf dem Berggipfel sehen. Das heißt aber auch, das wir innerhalb der Stadt bergauf und bergab unterwegs waren. Und das ist so manches Mal ziemlich steil, da kommt man durchaus ins schnaufen. Von oben hatten wir einen tollen Blick ins Umland und auch auf die Wasserflächen, die eigentlich genutzte Äcker sind. Von mehreren Stellen aus blickten wir auf die Festung (nur Samstag und Sonntag geöffnet) und die Pfarrkirche Divino Salvado, mit ihren Steinmauern fallen sie besonders hinter den weißen Gebäuden auf. Auf der Plaza Espagna ist ein wunderschön gestalteter Brunnen mit wasserspeienden Fröschen und mit bunten Kacheln. Darunter ist auch das Wappen von Vejer de la Frontera. Abends ist hier bestimmt ordentlich was los, es gibt um den Brunnen viele kleine Restaurants mit Sitzplätzen im Außenbereich. Wir schlenderten weiter durch die Gassen, die Eingänge zu den Häusern vielfach mit Grünpflanzen geschmückt. Am Ende kehrten wir in einer Patisserie ein und probierten kleine Gebäckstücke, wobei einige leider einfach nur süß und ohne erkennbaren Geschmack waren.
Dann verließen wir die sehenswerte kleine Stadt und nach 10 km kamen wir in "Los Canos de Meca" auf dem Wohnmobilstellplatz an. Schnell eingeparkt und dann ab zum Kap Trafalgar mit seinem Leuchtturm, denn das Wetter war noch klasse.
Kap Trafalgar liegt am nordwestlichen Ende der Straße von Gibraltar und ist berühmt geworden durch die "Schlacht am Trafalgar" am 21. Oktober 1805. Die britische Flotte unter Admiral Nelson vernichtete die vereinigte spanisch-französische Flotte und Nelson starb dabei. Auf einer Erhebung wurde dann im Jahr 1860 ein 34 Meter hoher Leuchtturm errichtet, der bis 2005 seinen Dienst tat. Drumherum Sandstrand, Dünen, ausgewaschene Sandsteine mit teilweise großen Löchern. Nur Muscheln gab es hier nicht.
Auf dem Rückweg zum Heim gab es dann noch leckeres Bier und eine tolle Thunfischplatte.

20.03.2025
Nun ist die Wäsche gewaschen und trocken im Schrank. Das Wetter war wie angekündigt, mal Regen, nachmittags mal eine kurze trockene Phase. Aber, wenn die Sicht klar war, war der Blick vom Platz einfach Klasse.
Morgen geht's dann weiter.
19.03.2025
Gestern sind wir aus Tanger Med/Marokko mit der Fähre nach Algeciras in Spanien gekommen.
Die erste wichtige Aktion heute war dann, bei dem Fährticketverkäufer Carlos unsere Drohne abzuholen. Hat super geklappt. Drohnen sind in Marokko nicht erlaubt und Carlos bietet als kostenlosen Service an, die Drohnen bei ihm einzulagern. Coole Sache, da mussten wir sie nicht zu Hause lassen und können sie jetzt auf der weiteren Reise in Europa nutzen.
Dann verließen wir Algeciras und besuchten den Ort Tarifa. Eine kleine vorgelagerte Insel ist der südlichste Punkt von Europa. In der Region rund um Tarifa weht, mit Ausnahme weniger Tage, immer ein starker Wind, entweder von der Sahara oder vom Atlantik kommend. Tarifa ist daher eine Hochburg der Kite- und Windsurfer.
Wir parkten etwas außerhalb von Tarifa und liefen in den Altstadtkern, der aufgrund seiner gut erhaltenen mittelalterlichen Mauern zum geschützten Kulturgut wurde.
Die Burg von Tarifa (Castillo de Guzmán el Bueno) wurde im Jahr 960 im Auftrag des Kalifen Abd El Rahman III. errichtet. Heute ist es ein Museum, so das der Besucher auf guten Wegen durch die Festung gehen kann. Man folgt dem Rundweg und kommt immer mal wieder auf den oberen Bereich, von dem man einen tollen Blick über die Straße von Gibraltar, den Hafen und auf die weißen Häuser der Stadt hat. In den Innenräumen erfährt man viel über die Historie. Zum Beispiel, dass die Wände in einer Holzverschalung gebaut wurden. Sand, Kalk, Kies und dickere Steine wurden eingefüllt und dann gestampft oder "gerammt".
Erst bummelten wir am Strand vorbei und dann wollten wir die Kirche "Iglesia San Francisco de Asis" (Franz von Assisi) besichtigen, die im Jahre 1797 erbaut wurde. Aber es bleib beim Gucken von außen, die Kirche war geschlossen.
Etwas später haben wir einen grünen Radweg entdeckt. Eigentlich toll gemacht, eigener Bereich für Radfahrer, eine Spur je Richtung. Sah wirklich gut aus. Nur, der Radweg war keine 200 Meter lang und endete auf der einen Seite auch noch mit einem Bordstein. Sinnloser ist kaum noch möglich, wir wagen mal zu behaupten, dass den Weg nie ein Radfahrer nutzt, die bleiben gleich auf der Straße. Sieht ein bißchen nach „hier gab es Fördergelder“ aus…
Wir kehrten zum Heim zurück, kauften uns iberischen Schinken, Salami und Käse, für den Fall, dass das es mit dem geplanten Campingplatz nicht klappt, denn dieser hat ja ein gutes Restaurant. Und, der Kauf war ne gute Entscheidung, zwar haben wir einen Top Platz auf dem Camping "Torre de la Pena" bekommen, mit direkter Sicht auf die Straße von Gibraltar. Aber das Restaurant hat heute und morgen geschlossen.. Da gab dann lecker Baguette .
Heute war es schön sonnig, morgen gibt's wieder Regen, aber der Campingplatz hat Waschmaschine und Trockner, wir bleiben dann eine zweite Nacht. Nach drei Wochen ist mal wieder die Wäsche dran.
Vor Spanien waren wir in Marokko.